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Tafelmalerei in Nürnberg 1350 - 1550 Hrsg. v. Germanischen Nationalmuseum Nürnberg
Strieder, Peter, 308 S., 626 Abb., dav. 200 farbig; 33x25 cm, Leinen mit Schutzumschlag, in Versandschuber
ISBN 3-7845-9270-8, ca. 49.00 EUR
vergriffen (Neuauflage unbestimmt)

Jahrhundertelang war Nürnberg durch Wirtschaft, Kunst und Technik ein führendes europäisches Zentrum. Die Wandlungen, die den Weg vom Spätmittelalter zur Neuzeit begleiten, spiegeln sich in der reichen Produktion seiner Malerwerkstätten. Nachdem zunächst für Altäre gemalt wurde, entstehen ab Mitte des 15. Jahrhunderts die ersten selbständigen Porträts auf deutschem Boden, seit dem 16. Jh. werden auch profane Themen der antiken Mythologie und Geschichte darstellungswürdig. Mehr und mehr Künstlerpersönlichkeiten treten aus der Anonymität der Werkstätten hervor und werden als Individuen in ihren Lebensschicksalen und ihrer Entwicklung faßbar. Dürer und seine Schüler stehen am Ende dieser Entwicklung, deren Anfang Kenner und Kunstliebhaber überraschen wird.
In und um Nürnberg haben sich so viele Tafelmalereien aus der Zeit zwischen 1350 und 1550 am ursprünglichen Ort erhalten wie in keiner anderen europäischen Kunstlandschaft. Diese Tafeln führt das Strieder'sche Werk wieder mit den in alle Welt verstreuten übrigen zusammen. Eine zusammenhängende, wissenschaftlichen Ansprüchen genügende und gleichzeitig auch Laien ansprechende Dokumentation dieser zweihundertjährigen Blütezeit ist noch nie erstellt worden. Die erste und bisher einzige selbständige Darstellung der Tafelmalerei durch Henry Thode (1891) reicht nur bis zu Michael Wolgemut; die Bearbeitung des gleichen Themas durch Alfred Stange (Deutsche Malerei der Gotik, Bd. 2, 1936, Bd. 9, 1958) ist über den Kreis der Fachleute hinaus kaum beachtet worden, weil sie unter den wenig attraktiven Lichtdrucken litt.
Für eine jüngere Kunsthistoriker-Generation hat Strieder mit diesem Werk eine ideale Materialsammlung zu dem aktuellen Thema „Emanzipation der Bildästhetik" geliefert. Wie `altfränkisch' ist diese alte Nürnberger Malerei wirklich?
Der Verlag ließ es an Großzügigkeit nicht fehlen: anders als bei vergleichbaren Büchern üblich, zeigt er je einen kompletten Sichtzustand auch vielteiliger Flügelaltäre auf derselben Doppelseite und damit im Zusammenhang, gleichwohl beachtete er dabei aber die Größenunterschiede der verschiedenen Altäre. Das große Buchformat ermöglichte es dennoch, mehr Details der Malereien als erwartet zur Geltung zu bringen.
Das Standort-Verzeichnis der Tafelgemälde umfaßt folgende Orte: Aachen - Allentown (Georgia) - Andechs - Ansbach - ehem. Artelshofen - Bamberg - Basel - Berlin - ehem. Bremen - ehem. Breslau - Brighton - Budapest - Cleveland (Ohio) - Darmstadt - Dessau - Detroit (MI) - Dijon - Dresden - Eißenheim-Hundshaupten - Enschede - ehem. Erlangen - ehem. Feuchtwangen (Kr. Ansbach) - Florenz - Frankfurt/M. - Fürth - Hannover - Harburg - Heilsbronn - ehem. Hof - Karlsruhe - Kassel - Köln - Krakau - Kreuzlingen - Langenzenn - Leipzig - ehem. Lemberg - Lissabon - London - Madrid - München - Münnerstadt - Mammendorf-Nannhofen - New York - Nürnberg - Ober St. Veit (Österr.) - Paris - Prag - Raleigh (North Carolina) - Regensburg - Reggio-Emilia - Rom - Schwabach - ehem. Schwäbisch Gmünd - Straubing - Stuttgart - Velden (Kr. Nürnberg) - Warschau - Washington D.C. - Wendelstein/Mfr. - Wien - Würzburg - Zwickau.
Der Autor war von 1949 bis 1978 am Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg tätig, langjährig bis zuletzt Leitender Direktor, er organisierte vielbeachtete Ausstellungen. Besonders bekannt wurde er durch seine Dürer-Forschungen und -Ausstellungen. Im gleichen Verlag erschien 1981 (2. Auflage 1989) seine große Dürer-Monographie, die auch ins Englische, Französische, Italienische, Niederländische, Serbokroatische und Japanische übersetzt wurde.

Inhalt:
Nürnberg im 14. und 15. Jahrhundert: Der politische und wirtschaftliche Aufstieg; Rat und Bürgerschaft gestalten das Stadtbild; Die Ausstattung des Kirchenraums und das Altarretabel - Nürnberger Tafelmalerei in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts: Der Meister des Heilsbronner Passionsaltars und sein Umkreis; Der Meister des Jakobsaltars; Die Werkstatt der Nürnberger Klarenaltäre - Der Weiche Stil 1400-1440: Der Meister des Marienaltars; Die Werkstatt des Meisters des Imhoff-Altars; Der Meister des Bamberger Altars und seine Nachfolger - Der frühe Realismus: Der Meister des Tucher-Altars und seine Werkstatt; Der Maler der beweglichen Flügel des Veldener Altars - Maler des Übergangs: Der Maler des Wolfgang-Altars und seine Werkstatt - Die Schüler der Niederländer: Hans Pleydenwurff; Der Meister des Löffelholz-Altars; Der Meister des Landauer-Altars - Vor Albrecht Dürer: Michael Wolgemut und seine Werkstatt; Wilhelm Pleydenwurff; Der Meister des Augustiner-Altars und seine Mitarbeiter; Hans Traut d. Ä. und d.J.; Einige isoliert stehende Nürnberger Altäre; Veit Stoß; Jakob Elsner - Albrecht Dürer - Meister um Albrecht Dürer: Die ältere Generation: Hans von Kulmbach; Hans Baldung Grien; Hans Schäufelein; Wolf Traut; Hans Dürer; Hans Springinklee und Erhard Schön; Die jüngere Generation: Sebald und Barthel Beham; Hans Plattner, Peter Gertner und weitere Porträtisten; Georg (Jörg) Pencz. - Katalog - Ausgewählte Literatur - Register.

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