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Kunst in Polen / Polnische Kunst 966 - 1990. Eine Einführung.
Muthesius, Stefan, 108 S., 323 Abb., dav. 121 farbig; 27x21 cm, cell. Pappband
ISBN 3-7845-7610-9, UVP 9.80 EUR

Nationale Kunstgeschichtsschreibung darf als überwunden gelten - zumindest im herkömmlichen, von Überlegenheitsdenken geprägten Sinn. Ein Akt wiedergutmachender Beschreibung der Kunst in Polen ist indessen seit langem überfällig.
Stefan Muthesius' kurze Geschichte der Kunst in Polen zeigt in 310 Bildern, begleitet von informativen Kurz-Kommentaren, die Hauptwerke (vorwiegend) der "hohen" Kunst in Polen vom Mittelalter bis 1990. Ausführliche Literaturhinweise machen den Band zum Handbuch.
Gerade in der Zeit polnischer Nicht-Staatlichkeit von 1795 bis 1918 hat sich das nationale Selbstbewußtsein in Polen auch an der Frage entzündet, ob es eine polnische Kunst gebe und wenn ja, wodurch denn "das Polnische" definiert sei. Gleichzeitig war es in Deutschland ein wichtiges Geschäft, "das Deutsche" an Kunst in Deutschland und bald auch an jener "im Osten" zu betonen. Muthesius' wissenschaftsgeschichtliche Einführung beschreibt deshalb die Diskussionen in Polen, Deutschland und Europa vom Ausgang des 18. Jahrhunderts bis heute, auch die Verbrechen deutscher Kunsthistoriker zwischen 1939 und 1945. Muthesius gelingt es, sehr gegensätzliche Argumente zu bedenken, etwa das regionale, das nationale, das europäische, das Weltkunst- und das Herrschafts-Kunst / Volkskunst-Argument.

Inhalt:
Kunst, Nation, Politik, Kunstgeschichte: Die Begründung der polnischen wissenschaftlichen Kunstgeschichte; Die deutsch-polnischen Auseinandersetzungen: I.: Der Kampf um Veit Stoss; II: Der deutsche kunsthistorische Angriff auf Polen; Der kunsthistorische Wiederaufbau; Die Kunstwissenschaft und der kommunistische Staat; `National', `Populär', Probleme der Wertung; Anmerkungen. - Die frühen Epochen - Gotische Architektur - Kirchenausstattung im Mittelalter - Die polnische Renaissance - Der Sarmatismus - Warschauer Adelspaläste - Der letzte König als Mäzen - 1760-1900: Palladianismus, Gartenarchitektur, Klassizismus, Neugotik - Die Nation in der Malerei vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert - Die Kunst des Zwanzigsten Jahrhunderts: Architektur und Kunstgewerbe; Skulptur; Weitere darstellende Künste 1920-1990 - Graphische Künste - Plakatkunst - Allgemeine Bibliographie - Register, Aussprache-Hilfen, Historische Landkarten.
Der Autor hat in Deutschland und England studiert und lehrt an der University of East Anglia in Norwich/England. Seine Forschungsschwerpunkte sind Architektur und Design des 19. und 20. Jahrhunderts in England, Deutschland und Polen. Zu seinen Buchveröffentlichungen zählen Victorian Architecture, Das englische Vorbild, Das englische Reihenhaus.

(PRESSE-) STIMMEN zu dem Blauen Buch „Kunst in Polen 966 - 1990“ von Stefan Muthesius:

Eine sehr interessante – und mutige – Konzeption und eine sehr nötige Publikation. Kunstchronik # 9/10 1996 (Prof. Janusz Kêb³owski, Universität Tübingen)

... ein sehr mutiges und insgesamt geglücktes Unterfangen. ... Journal für Kunstgeschichte, # 2/1997 (Arnold Bartetzky, Leipzig)

Ein wichtiger Beitrag zu unserem Verständnis europäischer Kunst ... kein dickes Buch ... sondern knapp, klar, informativ und sogar teilweise humorvoll. ... was selten vorkommt: ein Werk erstklassiger Forschung, das eine breite Öffentlichkeit anspricht. Die außerordentlich verdienstvolle Einleitung widmet sich dem grundlegenden Problem des Nationalismus in der Kunst. Dr. Paul Crossley, Courtauld Institute of Art, Universität London

Endlich können Ausländer etwas Besonnenes und up-to-date Geschriebenes über polnische Kunst lesen. Prof. Adam Milobedzki, Universität Warschau

Dieses Buch stellt ein großes Ereignis für die polnische Kunstgeschichte dar. Ich meine, dass der Autor für unser Fach eine Position einnimmt, die der von Norman Davies für die polnische Geschichtswissenschaft entspricht. Prof. Maria Poprzecka, Direktor des Kunsthistorischen Instituts, Universität Warschau

PFLICHTLEKTÜRE. Das erste Buch dieser Art, das von einem Ausländer geschrieben wurde; allein deswegen sollte es bei allen denen Beachtung finden, die sich dafür interessieren, wie ein Ausländer auf uns blickt. Dziennik Polski (London), 24. April 1995

This book fills a gap that has long existed in the market for an introductory study on Polish art and architecture. It serves, however, a wider purpose ... The great strength of this book lies in it’s author’s deep and long-standing interest in Polish art and his accumulated first-hand knowledge of the subject ... even Polish art historians would find it an interesting introduction to the countrie’s treasures seen not from a Polish, but from a European perspective. ... Art History, June 1996 (Anna Kwilecka, Birkbeck College)

... L’auteur veut prouver qu’il y a bien un art polonais et il en fait le survol non sans habilet‚ et en s’aidant d’une illustration abondante. On sait que l’éditeur s’est spécialis‚ dans ces ouvrages d’initiation connus sous le nom de „livres bleus“ („Blauen Bücher“). Gazette des Beaux-Arts, Sep. 1995

... The book can serve as a useful travel guide to Poland’s architectural highlights, from gothic churches to the noble estates, and on to war memorials erected in the communist era and the 1980s building boom in churches. It explains the socio-political background to such phenomena as seventeenth-century Sarmatian portraiture, late nineteenth-century history painting „dominated of course by Jan Matejko“ and the flowering of graphic art in the post-war period with little competition from commercialism. ... THE BVRLINGTON MAGAZINE, June 1996

Dieses Buch ist ein verlegerisches Ereignis. Zum einen, weil es das erste außerhalb Polens erschienene Werk zur polnischen Kunst darstellt, zum anderen darum, weil der Autor Deutscher ist. Das Buch ist eine ungemein notwendige Leistung. Zwar schmal, aber ein wichtiger Beitrag zu dem Prozess der kulturellen Integration Europas. art & business (Warschau), Juni 1995

Ich finde diese Einführung in die polnische Kunst höchst verdienstvoll und hoffe, dass sie eine entsprechende Beachtung findet. Prof. Dr. Martin Warnke, Universität Hamburg

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