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Neckar, Odenwald und Bauland Geschichte und Kultur im Neckar-Odenwald-Kreis
Klempert, Gabriele, 208 S., 400 Farbbilder, 24,5 x 17 cm, fadengeheftete Klappenbroschur
ISBN 3-7845-4870-8, UVP 19.80 EUR

Irgendwo zwischen Heidelberg und Würzburg liegt der Neckar-Odenwald-Kreis. Zugeschnitten am 1.1.1973 aus historisch nicht unbedingt zusammengehörigen Landschaften, hat er eine lange Geschichte von häufig wechselnden Herrschaften sogar in kleineren Teilgebieten. Viele Herrscher hinterließen hier ihre bis heute oft landschaftsprägenden Bauten. Schon dies allein macht den Kreis zwischen der unter Fachwerkfreunden berühmten Kreisstadt Mosbach, dem Wallfahrtsort Walldürn und dem für uns durch den Limes bedeutenden Osterburken so bunt und interessant.

Seit langem aber fehlt eine zusammenfassende Darstellung der Kulturdenkmäler des Kreises, auch eine „Denkmal-Topographie“ hat der Landkreis noch nicht publizieren können – ein Grund mehr für die Autorin, ihr Projekt etwas großzügiger anzulegen. In jahrelanger Arbeit hat sie ihr Material zusammengetragen und dabei von vielen Einheimischen begeistere Hilfe erfahren.

Einleitend wird die Geschichte des Landkreises erzählt von der Erdgeschichte über Kelten und Römer, die Einflüsse geistlicher und weltlicher Adelsherrschaften, der Bauernaufstände und Hexenverfolgungen, die Zeiten von Aufkläung, Revolution und Restauration bis in unsere Tage, eingeschlossen die Geschichte der Juden in der Region bis zu ihrer Verfolgung und Vernichtung im Nationalsozialismus.
Anschließend durchstreift Gabriele Klempert den Landkreis in einer Art Rundreise. Hier werden in vielen Bildern die regionalen Besonderheiten und Kulturschätze der 27 Gemeinden vorgestellt: Kirchen, Schul- und Rathäuser, Synagogen, Bürgerhäuser, Bauernhöfe, wassertechnische Anlagen sowie Kleinst- und Naturdenkmäler. Darunter finden sich auch moderne Bauten wie Siedlungshäuser und Kirchen der Nachkriegszeit sowie Gedenkstätten und Mahnmale.
Mit wachsender Neugier durchstreifte Gabriele Klempert den sympathischen, aber wenig bekannten Landstrich. Dabei interessierte sie sich nicht nur für solche Monumente, die das Dehio-„Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler“ aufführt. Fasziniert war sie auch von der historischen Kulturlandschaft mit ihrer alten Wald-, Wasser- und Landbau-Kultur. Besonderes Augenmerk widmet das Buch zahlreichen so genannten „Kulturhistorischen Landschaftselementen“ und Denkmalen der Technikgeschichte, zum Teil in kurzen Exkursen (z. B. zur „Wanderbahn“, zur Waldwirtschaft, zur Hornbacher Lambachpumpe, zur Wiesenwässerung und Mühlenlandschaft) und nicht zuletzt Besonderheiten der traditionellen Landschafts- und Alltagskultur, oft begleitet von Zitaten der Heimatdichter und Künstler.
So entstand ein Kulturführer, der in der Sprache erzählerisch und dicht bei den Menschen eine Kulturlandschaft vorstellt, wie sie in Deutschland einmalig ist. Viele Details und Überraschungen seitab der bekannten Ausflugsziele hat die Autorin in ihre Geschichte und ihre Präsentation der Kulturdenkmäler des Neckar-Odenwald-Kreises eingebettet.

Orts- und Namensregister sowie ein Museums- und Sammlungsregister und ein Glossar machen das Buch zu einem kleinen Handbuch. Ein sehr persönliches Buch, das gut auch als Kulturführer dienen wird.

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