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Tilman Riemenschneider und seine Werkstatt Mit einem Katalog der allgemein als Arbeiten Riemenschneiders und seiner Werkstatt akzeptierten Werke
Kalden-Rosenfeld, Iris; Einleitung von Jörg Rosenberg, 5., aktualisierte und erweiterte Auflage. 173 Seiten, 295 Abbildungen, davon 55 farbig. 24,5 x 17 cm, Hardcover
ISBN 3-7845-3226-4, 14.80 EUR

Riemenschneider (um 1460-1531) ist einer der letzten bedeutenden deutschen Bildhauer der Spätgotik. Weitgehend unberührt von den Einflüssen der Renaissance, war er ein Handwerksmeister mit außer- gewöhnlichem handwerklichen Geschick - das perfekte Finish seiner Figuren weist keinerlei Werkzeugspuren mehr auf. Trotz der Verwendung traditionellen Formengutes schuf er Neues und nie zuvor Gesehenes. Neben der verhaltenen Körpersprache seiner Figuren faszinierte damals und heute die Holzfarbigkeit der zumeist unbunt lasierten Skulpturen und das damit verbundene Spiel mit Licht und Schatten.

Erstmals seit 1982 wird in diesem schön gestalteten Blauen Buch das "Gesamtwerk" Riemenschneiders auf dem neuesten Stand der Forschung vorgestellt. Den deutschen Leser wird die erstaunlich große Zahl von Riemenschneider-Werken in den USA, Kanada, England, Frankreich usw. überraschen.

Dem Hauptteil des Buches, der die wichtigsten Werke ausführlich und mit zahlreichen Detailaufnahmen in chronologischer Folge vorstellt, schließt sich ein Katalog aller übereinstimmend als "gesichert" geltenden Werke des Meisters und seiner Werkstatt an. Die Zu- und Abschreibungen zum oder vom eigenhändigen Werk Riemenschneiders, zu oder von seiner Werkstatt oder zu Nachahmern hat die Wissenschaft seit Jahrzehnten bis heute beschäftigt. Deshalb zeigt das neue Blaue Buch auch beliebte, aber "abgeschriebene" Werke.

Dabei ist die Arbeitsweise des Meisters und seiner Werkstatt ein Aspekt, den das handliche Buch immer wieder beleuchtet, sowohl in organisatorischer und technischer Hinsicht wie auch bezüglich der möglichen Vorbilder und Anregungen sowie Auftraggeber und Adressaten.

Das Vorwort schildert die Geschichte der Riemenschneider-Verehrung und -Forschung. Auch Riemenschneider wurde von der deutsch-nationalen und später der Nazi-Politik vereinnahmt als besonders 'deutscher' Künstler. Erst Thomas Mann hat in seiner amerikanischen Rede Ende Mai 1945 Riemenschneider für 'das andere Deutschland' reklamiert, auch er aber noch geleitet von einem eher romantisch verzerrt zu nennenden Künstlerbild.

Die Autorin Dr. Iris Kalden-Rosenfeld ist wie Dr. Jörg Rosenfeld, der das Vorwort beisteuerte, seit Jahren in der Riemenschneider-Forschung engagiert. Sie nahm 1999 mit einem viel beachteten Referat an dem Riemenschneider-Symposion in Washington D.C. teil und ist Mitautorin des Ausstellungskatalogs Würzburg 2004 (Teil "Werke seiner Blütezeit").

Die 2. Auflage 2004 wurde um 17 Objekte erweitert, die 3. dritte Auflage 2006 wurde gegenüber der 2. Auflage um nochmals 12 Stücke erweitert, darunter um drei Arbeiten von Schülern Riemenschneiders, die in einem eigenen Kapitel vorgestellt werden. Die 4. Auflage wurde um drei Werke bereichert (das Relief in Schillingsfürst und die Assistenzfiguren Maria und Jahannes des Kruzifixus in Berlin), die jetzige 5. Auflage zeigt zusätzlich Figuren in Kiedrich, Prichsenstadt und aus süddeutschem Privatbesitz. Außerdem wurden die neuesten Entdeckungen und Erkenntnisse eingearbeitet, der Katalogteil konnte großzügiger gestaltet werden. Der Band ist damit wiederum die einzige lieferbare und aktuelle, wissenschaftlich fundierte Darstellung von Riemenschneiders Gesamtwerk.

INHALT: Einleitung von Jörg Rosenfeld 5 – Die Herkunft Tilman Riemenschneiders 17 – Tilman Riemenschneider in Würzburg 18 – Die Werkstatt Tilman Riemenschneiders 19 / Die Lehrknaben 19 / Die Gesellen 21 – Das Kreuzigungs-Retabel aus Rothenburg o.d.T. 22 – Tilman Riemenschneider und Martin Schwarz 23 – Das Magdalenen-Retabel aus Münnerstadt 31 / Vertrag und Ausführungsvorschrift 31 / Das “neue” Magdalenen-Retabel in Münnerstadt 32 / Die nichtpolychrome Fassung 36 / Die vier Evangelisten 37 – Der hl. Hieronymus mit dem Löwen in Cleveland 43 – Adam und Eva von der Marienkapelle in Würzburg 46 / Die Figur Adams 48 – Das Grabdenkmal des Ritters Konrad v. Schaumberg 50 – Der Apostelzyklus von der Marienkapelle in Würzburg 54 / Philippus und Judas Thaddäus – Meister- und Gesellenstücke 55 – Das Grabdenkmal des Bischofs Rudolf v. Scherenberg 56 / Zum Problem der Visierung 59 – Das Grabmal für Kaiser Heinrich II. und Kaiserin Kunigunde im Bamberger Dom 63 / Die Reliefs 67 / Tilman Riemenschneider und Wolfgang Katzheimer 70 – Das Heiligblut-Retabel in Rothenburg o.d.T. 73 / Das Letzte Abendmahl im Schrein 74 / Die Mitarbeit von Gesellen 79 – Das Marien-Retabel in Creglingen 80 / Das sog. Selbstbildnis Riemenschneiders 86 / Druckgraphische Vorlagen 86 – Das Kreuzigungs-Retabel in Detwang 90 / Stil und Datierung 91 – Das Apostel-Retabel aus Windsheim 96 / Eine Zeichnung Tilman Riemenschneiders? 97 / Die Schnitzer des Apostel-Retabels 100 – Die Skulpturen vom Hochaltar aus dem Würzburger Dom 101 – Das Johannes-Retabel aus Gerolzhofen 104 / Die Gerolzhofener Madonna und weitere Muttergottesdarstellungen 105 / Die Flügelreliefs und ihre druckgraphischen Vorlagen 106 – Der Kruzifixus in Steinach 106 – Weitere Darstellungen des Gekreuzigten im Œuvre Riemenschneiders 108 – Das Grabdenkmal des Bischofs Lorenz v. Bibra 110 – Die Beweinungs-Tafel in Maidbronn 115 – Die Rosenkranz-Madonna bei Volkach 119 – Die Rosenkranz-Madonna und die Madonna in Washington 119 – Ein Modell aus der Werkstatt Tilman Riemenschneiders? 121 – Die Schüler Tilman Riemenschneiders 121 – Schlusswort 125 – Katalog 126 – Literaturhinweise 168 – Standort-Register 169 – Editorisches Nachwort 172 – Bildnachweis 172 – Landkartenskizze der fränkischen Riemenschneider-Standorte 173

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