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Zisterzienserabtei Chorin
Erdmann, Wolfgang, 62 S., 109 Abb., dav. 30 farbig; 25x17 cm, Paperback
ISBN 3-7845-0352-7, 5.00 EUR
vergriffen (Neuausgabe in Vorber., ca. 2020)

Die Ruine inmitten brandenburgisch-uckermärkischer Wälder rund 50 km nordöstlich von Berlin gilt als "architektonisches Kleinod höchsten Ranges" (Dehio). Wesentliche Teile der hochgotischen Anlage sind in ihrer Bausubstanz noch erhalten. Karl Friedrich Schinkel hat ab 1818 Chorin vor dem restlosen Verfall gerettet - der Anfang der preußischen Denkmalpflege.
Nicht genug aber war dem Autor die Schönheit der Bilder von Chorin. Denn ihn fesselten sogleich die Rätsel dieser Anlage. Seine Geschichte von Chorin stellt nun manches anders dar als die bisherige Chorin-Literatur. Ihm gelang eine Umdatiertung der gesamten Frühgeschichte und ein neues Begründungsgeflecht für das So-Sein der Abtei und ihrer Ausstattung. Das Ergebnis beruht auf dem Beiziehen bisher nicht genutzter Quellen sowie auf der Berücksichtigung allgemeiner Verhältnisse und neuerer, auch eigener Forschungen: Naherzu die gesamte historische und kunsthistorische Diskussion der letzten Jahre wandte er auf Chorin an, um neue Begründungen der Formenwelt zu gewinnen: so die neuen Fragen der Memoria, der kultischen Bild-Relevanz sowie der `politischen Ikonologie'.
So zeigt der Band zeigt den Zauber von Kloster Chorin, den Reichtum seiner Backstein-Architektur mit ihren dekorativen Möglichkeiten ebenso wie die aktuellen Entdeckungen und Probleme der Forschung. Zugleich berichtet er über die Voraussetzungen und die Spannungsfelder, in denen die Baugruppe entstanden ist, etwa über die Backstein-Technik, die Ordens-Konkurrenz, die Absichten der Herrscherfamilie mit der Abtei, die ökonomischen Grundlagen des Klosters, das Alltagsleben der Mönche als Gottesdienst in Gebet und Arbeit sowie ihr Geschick bei der Lösung technischer Probleme. Mit dem Bau der 1542 aufgelösten Zisterzienser-Abtei wurde als Stiftung und Grablege des askanischen Herrscherhauses 1273 begonnen, er muß im Wesentlichen vor dessen Aussterben 1319 fertig gewesen sein. Chorin war für Jahrzehnte prägendes Vorbild zahlreicher Bauten nicht nur in der Region - einer der ersten Bauten mit spätgotischer Bau-Ästhetik -, gleichwohl steht es auch deutlich in der Tradition.
Aus dem Inhalt: Vorläufer-Stift und Gründungs-Urkunden - Abtei Mariensee - Verlegung nach Chorin zu einer Mühle hin - Der Askanier-Kelch - Wandernde Baustellen und Arbeitsvoraussetzungen - Bauformen folgen Funktionen - Stützen, Maßwerke, Altäre und Reliquien - Askanier-Gräber - Großformen und Baufugen - Chorschranke, Fürstenempore und Westfassade - Der Ost- und Südflügel - Klosterküche, Klosterpforte, Pfortenhaus und Konversen-Refektorium - "Fürstensaal", Windfang und Konversen-Gasse - Wand- und Glasmalerei - Ein Ketzer-Text? - Nebenbauten, Klostermauer, Friedhof und Heiligenfenster - Wassersystem und Klostermühle - Die Bau-Phasen und die Maßwerke - Bauabschluß, Weihe und Laienpublikum - Krisenzeiten, Aufschwung und Aufhebung als Abtei - Amt Chorin, Denkmalpflege, Geschichtsinteresse und Zernutzung - Quellen- und Literaturhinweise.

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